Das Terrassengefälle berechnen

Was ein Gefälle ist, wie es berechnet wird und warum dies ein wichtiger Punkt bei der Planung Ihrer Terrassenüberdachung ist, erläutern wir Ihnen in diesem Ratgeber. Vorab sei gesagt, dass Sie bei einem Kauf eines Bausatzes kein Gefälle berechnen müssen. Dies wird von unseren Herstellern vorab, unter der Berücksichtigung der Statik, für Sie übernommen. So haben Sie das optimale Gefälle der Überdachung, wenn Sie sich an die Aufbauanleitung halten. Das sieht allerdings anders bei einer Überdachung Marke „Eigenbau“ aus. Hier sind Sie für die richtige Neigung des Dachs verantwortlich.

Was ein Gefälle ist

Als Gefälle wird die Neigung einer Fläche genannt, in unserem Fall ist die Terrassenüberdachung gemeint. Andere Begriffe für Gefälle sind Dachneigung und die Steilheit. Im Regelfall wird das Gefälle in einem Winkelmaß oder als Prozentangabe angegeben.

Wie wichtig das Gefälle ist

Dächer werden unter Betracht Ziehung der Steilheit in folgende Gruppen unterschieden:

  • Flachdach
  • flach geneigtes Dach (3 bis 20 Grad Gefälle)
  • Steildach (Gefälle von über 20 Grad)

Hinweis: Fragen Sie bei Ihrem zuständigem Bauamt nach den vorgeschriebenen Vorschriften für Ihre Terrassenüberdachung. Diese wird, wie auch die Dachform, in den Bebauungsplänen vorgegeben.

Folgend erläutern wir Ihnen gerne den Grund für diese Bauvorschriften:

  • Je nach Dacheindeckung gibt es einen festgelegten Neigungsbereich. Diese Eindeckungen können im falschen Winkel negative Auswirkungen auf Statik und Dichtheit des Dachs haben.
  • Umso flacher das Dach ist, desto schlechter fließt Regen- und Tauwasser ab. Bedeutet für Sie, dass der Selbstreinigungseffekt gemindert wird und so der Arbeitsaufwand für Sie höher ist.
  • Dies hat im schlimmsten Fall eine sogenannte Vermoosung Ihres Dachs zur Folge.
  • Außerdem stellt stehendes Wasser einen hohen Risikofaktor bezüglich Stabilität dar. Es belastet das Tragwerk und wenn die Neigung zu Flach ist, kann es zu Feuchtigkeitsproblemen an und Ihrer Hausfassade kommen.

Die Regeldachneigung

Damit die Gefahr von stehendem Wasser auf der Überdachung minimiert wird, wurde vom Zentralverband des Deutschen Dachdecker-Handwerks eine Regeldachneigung für jeden Dachbaustoff erstellt. So wird gesichert, dass das Regenwasser optimal von dem Dach abfließen kann. Sie sollten also eine Neigung wählen, welche mindestens oder am besten über der Regeldachneigung liegt, um auf Nummer sicherzugehen.

Die Mindestdachneigung

Diese ist nicht mit der Regeldachneigung gleichzusetzen. Das würde bedeuten, dass die Regeldachneigung nicht unterschritten werden dürfte, was aber durchaus mit zusätzlichen Maßnahmen, wie beispielsweise einem wasserdichten Unterdach, möglich ist.

Das optimale Gefälle

Allgemein kann man sagen, je steiler das Gefälle ist, umso besser fließt das Regenwasser ab. Bei Terrassenüberdachungen sollte man dennoch von zu steilen Dächern absehen. Dies liegt an verschiedenen Dingen. Unteranderem sorgt man mit einer Terrassenüberdachung für zusätzlichen Wohnraum, welcher eine entsprechende Höhe benötigt. Bei einer Überdachung rät man zu einer Raumhöhe von 2,30 bis 2,70 Meter. Diese Raumhöhe erhält man am ehesten mit einem sogenannten Pultdach. Diese ist auch die beliebteste Form für angelegte Überdachungen hierzulande. Damit die Terrassenüberdachung auch regendicht wird, sind geeignete Abdichtungen sowie das Gefälle wichtig. Dieses Gefälle sollte eine Mindestneigung von 3 Grad oder besser sogar von 5 Grad haben. Außerdem sollte das Wasser mit Dachrinnen und Regenfallrohren abgeleitet werden.
Bei einem Steildach muss bei der Montage unbedingt eine sorgfältige Abdichtung erfolgen, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden. Außerdem sollte beachtet werden, dass viel Platz mit dieser Dachform verloren geht. Nicht jedes Wohnhaus hat die entsprechende Höhe, um diese Art der Terrassenüberdachung zu installieren.

Gefälle berechnen – Rechenbeispiel

Der Grad der Neigung Ihrer Überdachung gibt das Gefälle an. Um dieses zu berechnen, benötigen Sie die Angabe der Strecke und Länge.
Die Formel lautet:

Höhendifferenz in cm / Länge der Strecke in cm = Gefälle
Gefälle x 100 Prozent = Prozent-Gefälle

Beispiel: Ihre Terrasse ist 600 cm lang und der Höhenunterschied zwischen Punkt A und Punkt B beträgt 12 cm. Sie müssen nun 12 cm durch 600 cm teilen, um einen Wert von 0,02 zu erhalten. Dieser muss nun noch mit 100 Prozent multipliziert werden, um das Gefälle von zwei Prozent zu erhalten.

In unseren weiteren Ratgebern erfahren Sie alles zu den verschiedenen Dacheindeckungen, Baugenehmigung und der Statik.

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